Als Fotograf für Handwerksfotografie und Portrait bin ich österreichweit unterwegs, um Menschen und ihre Traditionen sichtbar zu machen. Diese visuelle Reportage führt uns in den Burgenland zu einem der letzten Blaumacher – eine Begegnung über die tiefen Indigo-Farben des Blaudrucks und die wertvolle Kunst der Entschleunigung.

Der Blaudruck gehört zu jenen Handwerken, die man nicht einfach fotografiert – man muss sich darauf einlassen. Auf den Geruch der Werkstatt. Die Patina der Werkzeuge. Auf Stoffe, die sich langsam verändern. Und auf einen Menschen, der dieses Handwerk seit Jahrzehnten lebt und nicht nur ausführt.
Für Fotoshootings war ich für Essen vor Ort im Burgenland unterwegs, um einen Blaumacher zu fotografieren. Eine Arbeit, die in Österreich selten geworden ist – und umso mehr von Erfahrung, Geduld und Verantwortung getragen wird. Hier entsteht nichts auf Knopfdruck. Jede Bewegung, jeder Farbton, jede Entscheidung ist Teil eines Prozesses, der über Generationen weitergegeben wurde.
Die Werkstatt selbst erzählt bereits eine Geschichte: Holz, Eisen, schwere Kessel, Wasserbecken, Farbbäder, Formen und Muster. Licht, das durch ein kleines Fenster fällt und den Raum in ein ruhiges Blau taucht. Man versteht schnell, warum dieser Beruf nicht im Studio stattfinden kann. Die Umgebung ist ein eigener Akteur. Sie definiert den Rhythmus, das Material, die Atmosphäre.

Diese Begegnung im Burgenland erinnert mich daran, warum ich Menschen bei ihrer Arbeit porträtiere: Jede Werkstatt hat ihren eigenen Raum. Jeder Beruf seinen eigenen Klang. Und jedes Handwerk seine eigene Wahrheit. Sie sichtbar zu machen, ist für mich ein Stück Verantwortung und eine Form von Respekt.
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